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Was ist Green IT?

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Was ist Green IT?

Der Strom-Parcours

  • Höhere Spannungen verursachen beim Transport elektrischer Energie niedrigere Verluste. Falls möglich, den Trafo möglichst nahe zum Verbraucher bringen. Dabei aber auf die EMV achten.
  • Die Unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV) setzt auch Energie frei, wenn das Stromnetz noch gar nicht ausgefallen ist. Planer rechnen pauschal oft mit einer Verlustleistung von 10%. Es gibt viele Anbieter, deren Systeme eine Verlustleistung von 5% oder besser haben. Bei einer Leistungsaufnahme von 100 kW in den Server-Räumen (siehe auch Energieverbrauch in der IT) macht das im Jahr einen Unterschied von über 40 MWh aus.
  • Umluftkühlgeräte funktionieren grundsätzlich wie der Kühler im Motorraum Ihres Autos. Da es aber keinen Fahrtwind gibt, müssen Ventilatoren nachhelfen. Ein Ventilator, der sich doppelt so schnell dreht, verbraucht nicht nur doppelt so viel Strom, sondern vier mal so viel (exponentiell ansteigender Luftwiderstand). Deshalb sollten sie eine elektronische Drehzahlsteuerung besitzen, die ihre Umgebungsparameter (Temperaturen, Volumenströme) intelligent auswertet um die Drehzahlen immer im optimalen Bereich zu halten.
  • Verbraucher wie Server- und Storage-Systeme kann man bereits beim Kauf auf ihren Energiehunger prüfen. Ein weiteres Augenmerk sollte auch auf die Qualität der Netzteile gelegt werden. In der Regel handelt es sich um Schaltnetzteile, die immer Netzrückwirkungen haben. Je größer diese sind, desto höher wird das versorgende Netz belastet.

Der Klimatisierungs-Parcours

  • Die billigste Kälte liefert uns die Natur. Wenn diese Kältequelle direkt genutzt wird (z.B. über einen direkten Luftaustausch mit der Umgebung) spricht man von direkter freier Kühlung. Die damit verbundenen Probleme bezüglich der Luftreinheit oder der Luftfeuchtenregulierung umgeht man bei der indirekten freien Kühlung, bei der die interne Kühlung ein geschlossenes System darstellt, das über (verlustbehaftete) Wärmetauschern mit der Umwelt verbunden ist. Mit Umwelt kann hier auch das Erdreich gemeint sein, denn mit Geothermie kann man nicht nur heizen, sondern auch kühlen.
  • Die Kälteerzeugung über Kompressoren ist viel teurer, manchmal aber unvermeidbar. Der Wirkungsgrad der betreffenden Kältemaschinen ist neben der Bauart auch von der Steuerung abhängig. Es macht einen Unterschied, ob die Kältemaschine nur die Betriebsarten an und aus kennt und möglicherweise wegen einer schlecht eingestellten Steuerung ins "Takten" kommt, oder ob sie verschiedene Lastfälle (Kältebedarfe) flexibel abfedern kann. Dazu ist es hilfreich, wenn die Kältemaschine in unterschiedlichen Leistungszonen betrieben werden kann und es eine Leistungsfähige Steuerung gibt - die dann aber auch intelligent parametriert sein muss.
  • Kälte lässt sich in Flüssigkeiten einfacher und verlustärmer transportieren als in Luft. Je später der Kälteübergang von der Kühlflüssigkeit zur Luft stattfindet, desto geringer sind in der Regel die Transportverluste.
  • Wenn sich kalte Zuluft mit warmer Abluft vermischt, bevor sie ihren Zweck erfüllen konnte, leidet die Effizienz. Abhilfe schaffen Kaltgangeinhausungen.
  • Heben Sie die Temperatur der Kaltluft an. Eine Faustregel sagt, dass man mit jedem °K 4% der Energiekosten einsparen kann. Selbst wenn es nur 0,5% wären: überlegen Sie, ob Sie im Kaltgang wirklich 20°C brauchen, oder ob es nicht auch mit 25°C geht.
Und zu guter Letzt:
Messen Sie. Sie können nur optimieren, was Sie gemessen haben.

 

 
Was ist Green IT?

Haben Sie eine energieeffiziente Woche!

 

Ihr

Wolfgang Kuhl



 
 
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Kommentare:

Helmut Kohl schrieb am 05.08.2014

Gesunder Menschenverstand hilft meistens. Gute Steuerungsprogramme ebenfalls. Bedenkt man aber den Zuwachs der Rechenleistungen in den letzten Jahren, z.B. durch Smartphones, Youtube, Facebook etc. wird das Thema "green IT" immer wichtiger!!!Der TELECOM e.V. wirb seit Jahren damit, mit den vorhandenen Ressourcen vernünftig umzugehen. Mehr unter www.telecom-ev.de

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